“Die Rosenkriege – Sturmvogel” von Conn Iggulden

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Iggulden_CSturmvogel_Rosenkriege_1_144976.jpgTitel: Sturmvogel (Die Rosenkriege #1)
Autor: Conn Iggulden
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
Seiten: 608
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-453-41796-0
Klappentext: England 1437: König Henry VI. ist krank und unfähig zu regieren, das Königshaus gerät ins Wanken. Zudem droht ein Konflikt mit Frankreich, der England in eine Katastrophe reißen könnte. Die Vermählung Henrys mit der französischen Adeligen Margaret von Anjou soll die Macht des Reiches sichern. Doch das Bündnis mit den verhassten Franzosen ruft bei der Bevölkerung Empörung hervor. Richard, Duke von York, nutzt den Hass gegen den König und seine willensstarke Gemahlin zu seinen Zwecken – die Rosenkriege beginnen … (Heyne)

König Henry VI. ist nicht der Kriegerkönig, wie es einst sein Vater war. Er betet lieber Tag und Nacht für Frieden mit Frankreich. Derry Brewer, der Meisterspion des Königs, entwickelt einen Plan, wie dieser Frieden zustande kommen kann, nämlich durch eine Hochzeit mit Margaret von Anjou, Nichte der französischen Königin, und der Abgabe von Gebieten in Frankreich. Der König ist einverstanden, ein Teil des Adels jedoch nicht. Und die Engländer, die in diesen Gebieten wohnen, erst recht nicht. Die Bauern weigern sich ihre Höfe zu verlassen und zetteln einen Aufstand an. Sie folgen Thomas Woodchurch, einem ehemaligen Bogenschützen, und Jack Cade, der durch die Ungerechtigkeit der Regierung seinen Sohn verlor.

Währenddessen heiratet die junge Margaret nach einiger Verzögerung den englischen König. Sie scheint zufrieden mit ihrem Leben zu sein, auch wenn ihr Mann oft zu krank ist um zu regieren oder betet. Doch sie steht ihm bei und lässt ihn nicht von anderen ausnutzen.

Ich hatte das Buch schon vor einiger Zeit einmal angefangen aber dann wieder aufgehört. Nur weiß ich nicht mehr warum, es hat mir echt gut gefallen. Die Handlung war mir nicht ganz unbekannt aber es war dennoch sehr spannend. Man hat viele Einblicke in die Machtspiele des Adels bekommen, vor allem wie ein kranker König ausgenutzt werden kann. Heute weiß man, dass es sich wahrscheinlich um eine Form der Schizophrenie gehandelt hat, damals natürlich nicht behandelbar. Besonders der Kontrast zu seinem Vater, der die Schlacht von Azincourt gewonnen hat, und als Kriegerkönig bezeichnet wird, wird immer wieder hervorgehoben. Einen Thronfolger gibt es auch noch noch nicht, was Probleme nur so anzieht…

Zu Beginn mochte ich Derry Brewer überhaupt nicht. Er schien den König zu seinen Gunsten zu lenken und sich nicht um das Wohl des Landes zu scheren. Doch im Laufe der Geschichte ist er mir immer mehr ans Herz gewachsen. Ich will nicht sagen, dass er mein Lieblingscharakter wurde aber immerhin wollte ich nicht mehr, dass er hingerichtet wird. Mein Lieblingscharakter war eindeutig Margaret. Ohne sich zu beschweren, hat sie sich dem Willen ihres Vaters und ihres Königs gebeugt und einen Engländer geheiratet. Ohne sich zu beschweren, pflegt sie ihren Mann und ohne sich zu beschweren, steht sie an seiner Seite. Sie ist die stärkste Person in diesem Buch und ich freu mich darauf, sie weiter begleiten zu können.

Thomas Woodchurch zettelt in seinem Dorf einen kleinen Aufstand an, da er sich weigert, sein Land zu verlassen. Nur ist es nicht mehr sein Land und war auch noch nie sein Land, sondern das des Königs. Er und seine Leute stellen sich den Franzosen und hoffen auf Unterstützung aus England. Ich kann ihn verstehen, ich wollte auch nicht vertrieben werden.

In England brennt Jack Cade derweil ein Haus nieder. Das Haus des Richters, das seinen Sohn zum Tode verurteilt hat. Jack will einfach nur Rache gegen die Obrigkeit. Seinem Aufstand schließen sich tausende Männer an. Sie morden und zerstören und wollen den König hängen sehen. Im Gegensatz zu Thomas, ist Jack besessen von Rache. Ihm geht es nicht um Gerechtigkeit, sondern nur ums Morden. Ich mochte ihn nicht besonders. Er war ziemlich fanatisch.

Das Einzige, was mich etwas gestört hat, waren die fehlenden Jahreszahlen. Obwohl fast zehn Jahre vergehen, hat man den Eindruck, es wäre nur zehn Monate, was etwas verwirrend war, als dann doch irgendwann mal eine Jahreszahl kam.

Fazit: “Sturmvogel” ist ein spannender historischer Roman, mit tollen Charakteren. Trotz der fehlenden Jahreszahlen war es unheimlich interessant und ich bin gespannt auf Band 2.

2 Kommentare

  1. Hallo Kerstin,
    das Buch habe ich auch vor ein paar Jahren gelesen. Es hat mich aber nicht ganz so begeistert, obwohl ich mich sehr für die englische Geschichte besonders zur Zeit der Rosenkriege interessiere. Kann sein, dass daran Rebecca Gablé mit ihrer Waringham-Saga Schuld hat, denn die ist meiner Meinung nach durch nichts oder nur sehr wenig zu toppen. 😉
    “Sturmvogel” fand ich ein wenig emotionslos mit zu vielen Kampfszenen.
    Aber Geschmäcker sind zum Glück verschieden. 😉
    LG, Silke

    1. Hallo Silke,
      ja Rebecca Gablé ist wirklich schwer zu übertreffen. Aber ich versuche nicht zu vergleichen 🙂
      Kampfszenen gehören für mich bei der Zeit einfach dabei, schließlich war immer Krieg 🙂
      Lg Kerstin

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